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Tragisch — Diese Personen hatten Pech

Borowka: Vom Eisenfuß zum bekennenden Alkoholiker

239 Pflichtspiele, zwei Meisterschaften, ein Europapokal — und nach der Karriere der Absturz in Sucht und Gewalt.

Als Abwehrspieler bildet der schuss- und zweikampfstarke Borowka von 1987 bis 1995 die Wand vor dem Bremer Tor. Er lässt wenige Gegenspieler passieren und greift zu jedem Mittel, das recht ist. Zu Gladbach-Zeiten begrüßt er Gegenspieler Olaf Thon 1984 mit den Worten „Ich brech' dir gleich beide Beine.“ Standpunkt klar, auch wenn der Verteidiger seine Androhung nie in die Tat umsetzt.

Mit Werder wird der von den Fans „Eisenfuß” genannte Borowka 1988 und 1993 Deutscher Meister sowie 1991 und 1994 DFB-Pokalsieger. Seine Karriere gipfelt 1992 im Gewinn des Europapokals der Pokalsieger in Lissabon, da ist er längst A-Nationalspieler (sechs Einsätze 1988, er nimmt an der EM im eigenen Land teil). Nach dem Karriereende folgt der Absturz: Borowka macht Schlagzeilen mit seiner Alkoholabhängigkeit und Gewaltexzessen, landet in einer Entzugsklinik und schreibt ein Buch.

Dort bekennt er, schon als aktiver Spieler Alkoholiker gewesen zu sein. Mutig! Aber seine Vergangenheit holt den längst „trockenen“ Borowka immer wieder ein.

Schon zweimal streicht ihn der DFB für die vorgesehene Ehrung früherer Pokalhelden, worüber er sich im Dezember 2019 öffentlich beklagt: „In den Jurysitzungen soll immer wieder meine Alkoholsucht thematisiert worden sein. Ich fühle mich vom DFB diskriminiert.“

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