Kapitel 09

Fun Facts

Wissen für Blowhards, Braggadocios und Connaisseurs
4 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026
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Die größten Erfolge und die „Wunder von der Weser“ mit den unvergessenen Flutlicht-Nächten im Europapokal im Weserstadion gegen Anderlecht (5:3 nach 0:3, 1993), Dynamo Berlin (5:0, 1988) oder Olympique Lyon (4:0, 1999) sind längst Teil der deutschen Fußball-Geschichte. Aber: Werder ist mehr als nur Wunder. Es gibt eine Menge Fun Facts über den Deutschen Meister von 1965, 1988, 1993 und 2004, mit dem man gegen jeden HSV-Fan punkten kann.

Werder? Hamburg hat genug! Bremen gegen den HSV, das ging noch nie gut. Aber wenn Bremen Meister wird, dann gibt es auch eine Packung für die ungeliebten Hamburger. Mit 5:0 fegen Andy Herzog und Co. die „Rothosen“ am 33. Spieltag 1992/93 aus dem Weserstadion. Das Stimmungsbild im Hamburger Volksparkstadion eine Woche später gegen Eintracht Frankfurt (1:2) ist eindeutig. „Uns reicht’s!“, steht auf einem einsamen Fan-Transparent in der leeren Westkurve…2004 setzt es für die Hamburger am 30. Spieltag in Bremen gar ein 0:6. In beiden Fällen sind die Bayern wenig amüsiert. Von einer „miesen norddeutschen Provinzposse“ spricht etwa Karl-Heinz Rummenigge 1993. Sie wähnen in Verkennung der hanseatischen Rivalität Schiebung. Immerhin wird Werder in beiden Jahren Meister, vor dem FC Bayern.

Der beste Einwurf aller Zeiten: Die Bayern haben noch mehr Grund, sich über Werder zu ärgern. Aber am 21. August 1982 sind sie selbst schuld. Ihr neuer Torwart Jean-Marie Pfaff, belgischer Nationalkeeper, debütiert an diesem Tag in der Bundesliga und sorgt dafür, dass es jeder mitbekommt. Denn in der 44. Minute fängt er das erste Einwurftor der Bundesligageschichte. Stürmer Uwe Reinders, ein Mann mit kräftigen Armen und großer Schnauze, schleudert den Ball mit Windunterstützung in den Fünfmeterraum, wo er hoch aufsetzt. Zu hoch für Pfaff, der von Libero Klaus Augenthaler zudem behindert wird, den Ball nur mit den Fingerspitzen berührt und ihn ins Tor hüpfen lässt. Hätte er ihn nicht berührt, das Tor hätte nicht gezählt. Schlimmer noch: es ist das einzige Tor, das in diesem Spiel fällt. Werder feiert seinen Einwurftorschützen. Und Reinders macht auf cool: „Ich wollte den Ball auf Rudi Völler werfen, der ihn in die Mitte verlängern sollte. Und da sollten sich dann drei andere wie die Stiere in den Ball reinwerfen. Wir haben das im Training genauso geübt wie andere Standards.“ Kurios: auch vom zweiten und bis heute letzten Einwurftor der Bundesliga profitiert Werder. Im September 2018 wirft Stuttgarts Ruben Sosa den Ball aufs eigene Tor, überrascht dabei seinen Keeper Ron-Robert Zieler, der nur noch den Fuß dran bekommt. Tor für Werder – diesmal aber ist es nur ein Fun Fact bei einer Niederlage (1:2).

Das Jahr des Freibad-Toni: Ailton ist mit Sicherheit einer der schillerndsten Spieler, die Werder Bremen jemals unter Vertrag hat. Der Brasilianer, 1998 von den UANL Tigres aus Mexiko geholt, holt sich in der Meistersaison 2003/04 mit 28 Treffern die Torjäger-Kanone der Fußball-Bundesliga. Der „Freibad-Toni“, wie der Südamerikaner auch genannt wird, legt damit die beste Tor-Ausbeute seit Bayern-Legende Karl-Heinz Rummenigge 1980/81 (29 Tore) vor und wird 2004 sogar „Fußballer des Jahres“. Dreimal geht die Auszeichnung „Tor des Monats“ in dieser Spielzeit an „Ein Chanc, zwei Tor, das Ailton“, viel mehr geht nicht.

Otto und „Assi“ auf Kneipenstühlen: Das Meisterstück in der 2. Liga 1981 in Oldenburg erleben Werder-Coach Otto Rehhagel und Manager Rudi Assauer im engen Stadion am Spielfeldrand auf eigens herbeigeschafften Kneipenstühlen.

Otto Rehhagel König Bremen Trainer 1981-1995 Infografik
Abb.1.8.9 Otto Rehhagel - König von Bremen regierte diese Stadt vom 02. April 1981 bis zum 17. Juni 1995. Foto: Imago Images/Schumann, Infografik by Ligalive, Infografik erstellt von Andjela Jankovic im Auftrag von Closelook Venture GmbH

Phänomen „Piza“: Der am 3. Oktober 1978 geborene peruanische Fußballprofi Claudio Pizarro hält in der Bundesliga per Dezember 2019 drei Rekorde: Er ist der am häufigsten eingesetzte, ausländische Spieler, der älteste Bundesliga-Torschütze und Rekordtorschütze von Werder Bremen.

Werders Tor-Könige: Nur einer holt die Schale! Vier Werder-Stürmer holen sich in mehr als 55 Jahren Bundesliga die Torjäger-Krone. Mit einem kleinen Schönheitsfehler, denn nur Ailton (2004) wird als Top-Torjäger der Liga auch Deutscher Meister. Den Anfang macht Rudolf „Rudi“ Völler in der Vizemeister-Saison 1982/83. Es folgt 1994/95 „Super-Mario“ Basler. Der explosive Pfälzer wird auch nur Vize und muss sich am Ende mit Heiko Herrlich von Borussia Mönchengladbach (ebenfalls 20 Tore) sogar den Torjäger-Titel teilen. Dritter im Bunde ist 2005/2006 Miroslav Klose. Mit 25 Toren schießt der Nationalstürmer Werder zur Vizemeisterschaft hinter den Bayern.

„Otto find ich gut“: Ein Denkmal vor dem Weserstadion für die größten Erfolge der Vereinsgeschichte und die bis heute längste Amtszeit eines Trainers in der Bundesliga – von 1981 bis 1995 regiert „König“ Otto Rehhagel bei Werder Bremen. Seine Mannschaft singt ihm zum Abschied ein etwas ungelenkes Liedchen („Otto… find ich gut“)

Europacup ist nichts für Feiglinge: „Kommt raus, Ihr Feiglinge, damit wir Euch fertigmachen können“, pocht Werder-Stürmer Manfred Burgsmüller († 2019) vor Anpfiff der Europacup-Partie der Bremer gegen Dynamo Berlin 1988 im Meister-Wettbewerb an die Kabinentür der Gäste. Werder überrollt den DDR-Meister nach 0:3 im Berliner Hinspiel noch mit 5:0 – und es hätte sogar 6:0 ausgehen müssen. Einen Ball von Burgsmüller kratzt BFC-Torhüter Bodo Rudwaleit in der 1. Halbzeit hinter der Torlinie weg…

Die Dschungel-Könige: Mit Ailton (2012) und Thorsten Legat (2016) machen sich zwei Ex-Werder-Profis in der RTL-Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus” zum Horst.

Das Schiff zum Spiel: Werder Bremen bietet ligaweit einen einmaligen Service. Die Fans können mit dem Fährschiff an Spieltagen mit Stopps in Farge, Blumenthal, Vegesack, Pier 2 / Waterfront und am Martinianleger zum Stadion fahren. Alternativ geht das auch mit der Sielwallfähre aus. Und zwar vom P+R-Parkplatz auf dem Stadtwerder zum Osterdeich.

Alle Kapitel: 01. Prolog 02. Good to Know 03. Für die Hater 04. Für die Lover 05. Schlüsselfiguren 06. Personae Non Gratae 07. Tragisch 08. OMG — Oh My God 09. Fun Facts 10. Special Moments 11. Weise Worte 12. Steckbrief [Annex]
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