Für die Hater
Bremen-Hater dürfen sich vor allem die Bundesliga-Statistiken der Saison 1979/80 einrahmen.
Abstieg 1979/80: Eintracht Braunschweig steigt als 18. der Tabelle ab, Werder Bremen schließt sich aus norddeutscher Sympathie an und steigt ebenfalls ab. Die Saison 1979/80 ist die historisch schlechteste für Werder Bremen in der Bundesliga. Nahezu alle Negativ-Rekorde fallen – Stand: Dezember 2019 - in diese Spielzeit, in der die Mannschaft weder mit Vize-Weltmeister Wolfgang Weber noch mit Trainergeneral Fritz Langner als Coach den bis dato einzigen Abstieg abwenden kann. Zu den Fremdschäm-Rekorden gehören:
Schlechteste Platzierung: 1979/80 ist Rang 17 vor Eintracht Braunschweig die schlechteste Platzierung im Fußball-Oberhaus. Auf Rang 16 geht Hertha BSC mit in die 2. Liga Nord.
Meiste Gegentore: 1979/80 muss Werders Torhüterlegende Dieter „Budde“ Burdenski 93-mal hinter sich greifen.
Höchste Auswärtsniederlage: Am 12. April 1980 verliert man beim kommenden Meister FC Bayern München mit 0:7 (0:2). Es ist bis zum Wiederaufstieg 1981 die höchste Auswärtspleite von Werder in einem fremden Stadion in der Bundesliga. Zusammen mit der Niederlage am 26. Spieltag der Saison 1963/64 bei Eintracht Frankfurt (ebenfalls 0:7). Dann folgt das schon erwähnte 2:9 von Frankfurt (14. November 1981).

Meiste Niederlagen: 20 Spiele verliert Werder im Abstiegsjahr 1979/80
Schlechteste Tor-Differenz: Sie beträgt 1979/80 minus 41, bei 93 Gegentoren. Das ist eine einsame Bestmarke vor den Spielzeiten 2013/14 und 1974/75 mit jeweils minus 24.
Aber auch in der jüngeren Geschichte werden einige traurige Bestmarken gesetzt:
Wenigste erzielte Punkte: Die geringste Punktzahl gibt es 2012/13. 34 Punkten bedeuten erst am 33. Spieltag die Rettung vor dem Abstieg.
Wenigste Siege: In die Spielzeit 2012/13 fallen auch die wenigsten Siege – acht. Selbst 1979/80 sind es elf, 1974/75 (Rang 15) noch neun.
Nicht zu vergessen: Zwischen 1989 und 1992 ist Werder Bremen Remis-Spezialist in der Fußball-Bundesliga. 1989/90 und 1990/91 holt man jeweils 14 Unentschieden aus 34 Partien, übertroffen wird diese Ausbeute nur in der 38 Spiele umfassenden Rekord-Saison 1991/92 mit 16 Remis. Die Folge: 44 Remis in drei Spielzeiten – das „schafft“ sonst kein anderer Verein im gleichen Zeitraum.
Rekord-Negativserie des SV Werder gegen den FC Bayern München: Mit der 1:6-Pleite vom 14. Dezember 2019 bleibt Bremen gegen die Münchner zum 20. Mal in Folge der Verlierer, kein anderer Verein muss bis Dezember 2019 eine längere Niederlagenserie gegen einen bestimmten Bundesliga-Gegner verbuchen. Ebenso bitter ist die Torbilanz: Der Rekordmeister schießt in diesen Spielen 72 Tore. Sechsmal so viel wie Werder, die lediglich zwölf Treffer bejubeln dürfen. Höhepunkt des Desasters: Am 15. Spieltag der Saison 2013/14 verliert Werder Bremen zu Hause mit 0:7 gegen den FC Bayern – die höchste Heimniederlage bis zum Dezember 2019.
„Otto II.“: Unter Otto Rehhagel wird Werder nach dem Aufstieg 1981 dreimal Vizemeister in der Bundesliga (1983, 1985, 1986). Besonders bitter ist der zweite Platz 1985/86. Vom zweiten bis zum 33. Spieltag führen die Bremer die Tabelle an und werden von Bayern München am letzten Spieltag noch abgefangen. Ein 1:2 in Stuttgart kostet Werder den Titel, während die Bayern mit einem 6:0 gegen Mönchengladbach dank der besseren Tordifferenz vorbeiziehen.
Der Kutzop-Elfmeter: Dabei hätten die Bremer schon am 33. Spieltag alles klar machen können, als sie im Gipfelduell gegen die Bayern am 22. April 1986 beim Stand von 0:0 in der 88. Minute einen umstrittenen Handelfmeter bekommen. Michael Kutzop, der damals sicherste Elfmeterschütze der Bundesliga, tritt an und setzt den Ball an den Außenpfosten. Es ist sein einziger Fehlschuss in der Bundesliga bei 18 Versuchen – und der berühmteste der Bundesligageschichte.
Die Champions League 1993/94: Die Champions-League 1993/94 sieht Werder Bremen als ersten deutschen Vertreter in dem 1992 novellierten Wettbewerb, der den Europacup der Landesmeister ablöst. Die Premiere zeigt, dass die „Königklasse“ für Werder und „König Otto“ Rehhagel trotz des 5:3-Spektakels gegen den RSC Anderlecht eine Nummer zu groß ist. Am 30. März 1994 kassiert Werder im Weserstadion ein 0:5 gegen den FC Porto. Das bleibt bis zu Bayer Leverkusens 0:5 gegen Manchester United (27. November 2013) bzw. Schalkes 1:6 gegen Real Madrid (26. Februar 2014) die höchste Heimschlappe eines deutschen Teams in diesem Wettbewerb.
DFB-Pokal: In der jüngeren Pokal-Historie gilt für die Bremer zwischen 2012 und 2014 das Motto „Jeder blamiert sich so gut, wie er kann“. Drei Mal in Folge fliegen die Grün-Weißen gegen einen Drittligisten in Runde 1 aus dem Wettbewerb, den sie bereits sechsmal gewonnen haben. 2012 stellt ihnen der 1. FC Heidenheim (2:1) ein Bein. 2013 und 2014 sind es mit Preußen Münster und dem 1. FC Saarbrücken zwei Ex-Bundesligisten, die sich jeweils nach Verlängerung (4:2 und 3:1) durchsetzen können. 2016 heißt es dann: „Volle Lotte“. Die Sportfreunde Lotte aus Westfalen, neu in der 3. Liga, bezwingen den hohen Favoriten mit 2:1.
Die längste Niederlagenserie: Die längste Niederlagenserie in einer Saison gibt es sieben-mal. Fünf Spiele in Folge verliert Werder in den Spielzeiten 1966/67, 1968/69, 1979/80, 2002/03, 2009/10, 2011/12 und 2015/16.
Die längste Serie an nicht gewonnenen Spielen: 13 Spiele bleibt Werder Bremen in der Saison 2012/13 vom 22. bis zum 34. Spieltag ohne Sieg.